Zehn Jahre Fukushima - immer noch keine Normalität Grüne fordern auch Ausstieg aus Brennelemente-Herstellung

Am 11. März 2011 fand infolge eines starken Erdbebens mit nachfolgendem Tsunami das Reaktorunglück im japanischen Atomkraftwerk Fukushima statt. Daraufhin gelangten erhebliche Mengen radioaktiver Stoffe (Radionuklide) in die Atmosphäre. Die ganze Präfektur Fukushima wurde großflächig verseucht. Nun gilt es immer noch, das Land von winzigen radioaktiven Staubpartikeln zu befreien.

Auch zehn Jahre nach der Reaktorkatastrophe im Atomkraftwerk Fukushima sind die Folgen für Mensch und Umwelt immer noch spürbar. Die Langzeitfolgen der Katastrophe lassen sich nicht abschätzen. Regen- und Grundwasser dringen in die Anlage ein. Niemand weiß, wo die Leckagen sind, an denen das kontaminierte Wasser herausläuft. Es werden Unmengen an Wasser benötigt, um die Reaktoren zu kühlen. Das verseuchte Wasser fließt ins Meer.

Fukushima hat auch langjährigen Befürwortern der Atomtechnik gezeigt, dass es in hochentwickelten Ländern zur Katastrophe kommen kann und, dass ein Atomausstieg die einzig mögliche Prävention ist.

Die Grünen im niedersächsischen Landtag stehen für eine Welt ohne Atomkraft.

Susanne Menge, Grüne MdL für Delmenhorst, Oldenburg (Stadt und Land) und Wilhelmshaven erläutert die Grünen-Forderungen: „Der Atomausstieg ist nicht vollendet, da die Urananreicherung in NRW als auch die Brennelemente-Fabrik im emsländischen Lingen unbegrenzt weiterlaufen können. Der Euratom-Vertrag in seiner jetzigen Fassung muss weg, denn der Zweck dieses Vertrags ist immer noch die Förderung der Atomkraft. Wir kritisieren entschieden, dass die Atomkraft im Hinblick auf den Klimaschutz von einigen wieder propagiert wird. Nur die erneuerbaren Energien sind ein Garant für Umwelt- und Klimaschutz. Fukushima hat gezeigt, dass Atomkraft unbeherrschbare Gefahren und unlösbare Probleme mit sich bringt. Betrachtet man die gesamte Produktionskette vom Uranabbau bis zur Entsorgung in einer Millionen Jahren, ist Atomkraft alles andere als CO2-neutral. Ferner brauchen wir einen verantwortungsbewussten Umgang mit dem Atommüll. Ergebnisoffen, vergleich end, wissensbasierend, transparent und lernend – so soll die Endlagersuche verlaufen.

Wir Grüne fordern daher den Ausstieg aus der Atomkraft im Grundgesetz zu verankern. Für den Weiterbetrieb der alternden AKWs müssen bis 2022 höchste Sicherheitsstandards eingehalten werden. Wir fordern den Rückbau verantwortungsvoll und mit Beteiligung der Bevölkerung durchzuführen sowie das Ende der Produktion von nuklearem Brennstoff (Lingen) und der Urananreicherung (Gronau) durchzusetzen und bis dahin ein Export-Stopp für Schrottreaktoren wie Tihange zu verhängen.“

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