Bohrschlammgruben: Grüne fordern Überprüfung aller Verdachtsfälle Susanne Menge: Förderprogramm muss verlängert werden

Im Landkreis Ammerland befinden sich insgesamt fünf alte Bohrschlammgruben der Öl- und Gasindustrie, doch eine Untersuchung der Altlasten ist bislang für keine dieser Risikostandorte geplant. Zum Ende des Jahres 2021 soll nun der landesweite Fördertopf für die Altlastenuntersuchung auslaufen. Mit einem Landtagsantrag fordern die Grünen SPD- Umweltminister Olaf Lies auf, die Fördermöglichkeit für die betroffenen Landkreise um weitere fünf Jahre zu verlängern.

Jeder einzelne Verdachtsstandort im Landkreis Ammerland soll untersucht werden, fordert MdL Susanne Menge: „Hier geht es um die Gesundheit der Anwohnerinnen und Anwohner. Es muss aufgeklärt werden, ob von den Hinterlassenschaften der Öl- und Gasindustrie eine Gefährdung für Wasser und Boden und Gesundheit ausgeht. Die Förderindustrie hat als Verursacherin der Altlasten 5 Millionen Euro bereitgestellt, von denen bislang nur die Hälfte von den betroffenen Landkreisen abgerufen wurde. Es darf nicht sein, dass die Landesregierung dieses Geld nun zurück an die Industrie fließen lässt.“

Nach Ansicht der Grünen bedarf es zudem einer besseren Nachsorge: „Es muss ein langfristiges Monitoring geben an allen Standorten, an denen Schadstoffe im Boden verbleiben. Die Bohrschlämme liegen teils nur unten einer dünnen Erdschicht. Außerdem darf es nicht zu Nutzungsänderungen ohne einer vorherigen spezifischen Risikoabschätzung und behördlicher Genehmigung kommen. Nur so lässt sich eine spätere Freisetzung der Schadstoffe zum Beispiel durch Erd- oder Bauarbeiten, Beweidung oder Baumbewuchs verhindern.“

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