Wie gehen die Sportvereine mit der Coronakrise um? Susanne Menge zu Besuch beim Stadtsportbund Oldenburg e.V.

Als Sprecherin für Sportpolitik von Bündnis 90/Die Grünen im Niedersächsischen Landtag besuchte Susanne Menge am Freitag, den 17. Juli 2020, den Stadtsportbund Oldenburg e.V. (SSB), um sich bei dem Vorsitzenden Dr. Gero Büsselmann, dem stellvertretenden Vorsitzenden Ulrich Pohland sowie Claudia Lehnort von der Geschäftsstelle des SSB ein Bild über die aktuelle Lage der Sportvereine in der Region zu verschaffen. Auch Rita Schilling, Fraktionssprecherin der Grünen Stadtratsfraktion in Oldenburg und Andrea Hufeland nahmen als Mitglieder im Oldenburger Ausschuss für Sport an dem Treffen teil.

Als Dachverband vertritt der SSB aktuell 115 Oldenburger Sportvereine mit insgesamt über 40.000 Mitgliedern. Im Vordergrund des Treffens stand ein Austausch über die Lage der Sportvereine in Oldenburg – insbesondere vor dem Hintergrund der Corona-Schutzmaßnahmen, die den Vereinssport in den letzten Monaten stark beeinträchtigt haben. Gerade zu Beginn der Krise herrschte laut Büsselmann eine große Verunsicherung in den – größtenteils durch Ehrenamtliche organisierten – Sportvereinen. Vor allem die Inkonsequenz bei der schrittweisen Öffnung der Schutzmaßnahmen führte zu Unmut. Pohland ergänzte, dass der hohe Aufwand, sich in ständig sich ändernde Vorschriften einzuarbeiten, von Ehrenamtlichen nur schwer geleistet werden konnte.
Susanne Menge räumte ein, dass diese Situation maßgeblich auf die intransparente Situation auf Landesebene zurückzuführen sei. Die zuständigen MitarbeiterInnen im Innenministerium seien mit der Situation überfordert gewesen und hätten – am Innenausschuss vorbei – viele Entscheidungen ohne Beteiligung des Parlaments getroffen. Dieses Vorgehen kritisierte sie scharf und versprach, sich im Corona-Ausschuss für eine Aufarbeitung einzusetzen. Dieser Ausschuss wurde auf Landesebene gegründet, um die Erfahrungen der vergangenen Monate zu reflektieren und für die Zukunft besser vorbereitet zu sein.

Insgesamt zeigt die Situation, dass sich am sportpolitischen System einiges ändern muss. Büsselmann gab dabei vor dem Hintergrund ungleicher Lockerungsregelungen für unterschiedliche Sportbereiche zu Bedenken, dass, wenn immer nur auf diejenigen gehört wird, die schreien, zum Schluss möglicherweise nur diese übrig bleiben. Andererseits zeige die aktuelle Lage, dass gerade die Vereine gut mit der Krise umgehen konnten, die über gut ausgebildete Übungsleiter*innen verfügen. Der SSB fühlt sich damit in seinen Forderungen bestätigt, denn die gute Aus- und Fortbildung von Trainer*innen ist eines der zentralen Ziele des SSB.

Im Gespräch machten Büsselmann und Pohland außerdem deutlich, dass der SSB – im Gegensatz zu den Fachverbänden – die Interessen der unterschiedlichen Sportvereine bündeln und gemeinsame Lösungsansätze entwickeln möchte und diese an die Politik herantragen. Dass Politiker*innen dennoch meist bei den Fachverbänden nachfragen, die häufig Partikularinteressen vertreten, anstatt sich an die Sportbünde zu wenden, bedauern sie. Deshalb waren sie sehr erfreut über das Interesse am Austausch von MdL Susanne Menge.

Abseits von Corona ist die Einbindung von Sportangeboten in den Ganztagsschulbetrieb ein aktuell wichtiges Thema für den SSB. Dabei stellt insbesondere die Einbindung von Ehrenamtlern in die Schulplanung eine Herausforderung dar, denn sie ist mit einem hohen organisatorischen Aufwand verbunden. Der SSB fordert deshalb eine Unterstützung des Hauptamts sowie eine Ausbildung von Trainern im Ganztagsbetrieb, wie es sie in NRW und Hessen bereits gibt. Ein Thema, das nicht vor diesem Hintergrund dringend angegangen werden müsste, ist deshalb die Sportförderrichtlinie, um nachhaltige Unterstützungsstrukturen für Sportvereine zu schaffen.

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